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"Gott ruft dich zu sich zurück, Morgan Fitzgerald", sagte Joseph mit sanfter Stimme. "Wie lange willst du die Ohren vor seiner Stimme verschließen?"

Morgan sah den kleinen zerbrechlichen Priester mit echter Zuneigung an. "Ich habe dir viel zu verdanken, Joseph Mahon. Meine Freiheit, mein Leben - anscheinend sogar mein Pferd. Wie soll ich dir sagen, was ich empfinde?"

"Du musst GOTT danken", erwiderte der Priester. "Ich war nur seine Hände und Füße. Ihm solltest du sagen, was du empfindest."

Morgan neigte sein Haupt und lächelte den Priester reuevoll an. "Das mag sein, Joseph. Dennoch, ich verdanke dir viel."

"Dann mach es wieder gut, indem du über deine Sünden trauerst und zu deinem Heiland zurückkehrst. Ich könnte mir keine größere Belohnung erhoffen."

Morgan betrachtete ihn eingehend und fragte sich, was für eine großartige Seele man wohl haben musste, um solch ein Mann zu werden. "Du meinst das wirklich."

"Natürlich meine ich es! Ich habe um deinetwillen die Pforten des Himmels bestürmt, Morgan Fitzgerald! Kannst du nicht wenigstens hingehen und für dich selbst anklopfen?"

Morgan brachte ein schwaches Lächeln zustande. "Ich vermute, ich kann es versuchen, Joseph. Aber sei nicht überrascht, wenn mir die Türen für immer verschlossen bleiben."

"Selbst wenn sie es wären, Junge, so hättest du doch den einen Schlüssel, der sie dir öffnen wird."

"Den Schlüssel, Joseph? Was für ein Schlüssel sollte das sein?"

"Christus in deinem Herzen, Morgan."

"Oh, ich bezweifle, dass er in einem Herzen, wie ich es habe, wohnen würde, Joseph. Nicht jetzt, nicht nach all dem, was ich getan habe."

Von weit her, als schwebte sie herab von den uralten Bergen Mayos, kam die Erinnerung an die Stimme von Evan Whittaker, dem Engländer: "... er will Ihre Aufmerksamkeit haben ... und Ihr Herz ... und das wird er auch bekommen, so oder so. Lassen Sie sich warnen, Morgan Fitzgerald, denn der Ewige, der Hirte Ihrer Seele, jagt Sie ... und es ist unmöglich, sich vor ihm zu verbergen."

Morgan dachte plötzlich an Jona ... den kalten, dunklen Bauch des Fisches ... seine Gefängniszelle. War das Gefängnis von Castlebar sein Fisch gewesen?

Gott, was war bloß los? Er heulte, heulte wie ein kleiner Junge ...

"Wollen wir zusammen beten, Morgan?"

"Jetzt, Joseph?"

"Jetzt, Morgan."

Und so knieten sie sich hin, auf die kalte, nasse Erde hinter dem Gefängnis von Castlebar.

Mit dem müden Priester an seiner Seite und dem warmen, vertrauten Atem seines Pferdes im Rücken betete der verlorene Sohn. Und er hörte.

Über ihm am Sternenhimmel blinzelten die Sterne des Himmels vor Erstaunen.

"Glaubst du immer noch an den Mann namens Jesus, Morgan ... den Mann, der auf Golgatha an ein Kreuz genagelt wurde?"

"Ja, das tue ich", sagte Morgan leise und sprach zum ersten Mal seit einer Zeit, die ihm wie eine Ewigkeit vorkam, lautlos in seinem Herzen den kostbaren Namen aus.

Jesus ...

"Und glaubst du immer noch", fuhr der Priester fort, "dass es der Sohn Gottes selbst war, dessen Hände und Füße an jenes Holz genagelt wurden, Morgan?"

"Aye, das tue ich." Seine Stimme wurde noch leiser, erstickt von einer Woche lang unterdrückten Tränen.

"Und weißt du, dass er für dich starb ... ja, dass er selbst dann an jenem Kreuz gestorben wäre, wenn es an jenem Tage außer dir auf der ganzen Welt keinen anderen Sünder gegeben hätte?"

Gott, oh Gott, das ist wahr, oder? Du starbst für mich, wärest für mich allein gestorben ...

Morgen Fitzgerald weinte. Sein Herz brach.

"Herr, oh Herr, vergib diesem Sünder ..."

Morgan, mein Sohn, ich liebe dich. Du bist mein.

"Selbst jetzt noch, Herr? Selbst jetzt noch?"

Ich habe dich immer geliebt, Morgan. Selbst jetzt ... jetzt und auf ewig.

Der Priester und der verlorene Sohn weinten, und der Himmel sang.
6.4.07 18:18





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